HörGestalten

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Schauspieler, Vokalisten, Interpreten. Im Gespräch.

HG | 031 - Valerie Niehaus

// Kamillentee, Yogurette-Diät-Lüge und ganz viel Licht //

In unserer einunddreißigsten Episode spricht Josef mit Valerie Niehaus. Valerie ist Schauspielerin und Sprecherin. Ein purer Zufall führte sie schon im Alter von 13 Jahren zur Schauspielerei – zu ihrer ersten großen Rolle in “Rote Erde” um genau zu sein. Nur wenige Jahre später führte sie ihr Weg bereits an eine ihre Karriere bestimmenden Rolle: über 500 Episoden hauchte sie Julia in “Verbotene Liebe” Leben ein.
Danach führte es sie erst einmal zur Schauspielausbildung in die USA – etwas Abstand zur deutschen Film- und Fernsehwelt. Fuß fassen in der eigenen Kunst und dann mit neuem Schwung und neuem Können zurück.

Valerie ist vielseitig. Sei es eine feste Serienrolle wie Dr. Katrin Stoll in der ZDF Krimi-Serie “Die Spezialisten” oder wechselnde Rollen in “Sketch History” oder Auftritten in Formaten wie der “Heute Show” oder “Böhmermanns perfekte Weihnachten”.

Vor allem aber ist Valerie eine reflektierte, kluge Schauspielerin, die in Interviews nur allzuoft über Liebe oder ihren Sohn reden muss. Das haben wir geändert.

Bei einem Kamillentee reden Valerie und Josef darüber, warum Kamillentee ein tolles Getränk ist und warum Alkohol einem irgendwann nicht mehr steht; über Reflexion im Januar und Dezember, über den Frieden in Tonstudios; über eine gewisse Abhängigkeit von der Serie Modern Family; über alles am Vormittag erledigen zu wollen; über den Wunsch als Kind Nonne zu werden, über Funkenmariechen; über den Zufall im falschen Büro zu landen und direkt eine Hauptrolle als 13-Jährige bekommen; über Folgen der Rolle bei Verbotene Liebe; über die Faszination an menschlichen Prozessen; über die Art, wie Valerie ihre Rollen vorbereitet; darüber, wie Rollen im Fernsehen am besten sein sollten; über den Wunsch noch stärker im Schreiben anzukommen und über die Frage nach und Bedeutung von dem Licht, das auf einem liegen kann.

Am Ende liest Valerie eine impressionistische Beschreibung einer Berliner Gegend, in der sie sich oft aufhält: dem Tiergarten.

Aufgenommen wurde das Gespräch im Januar 2019.

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HG | 030 - Wolfgang Condrus

// Kaffee (schwarz, ohne Zucker), berechtigte Bemerkungen und die nicht endende Freude am Spiel //

In unserer dreißigsten Episode spricht Elias mit Wolfgang Condrus. Wolfgang ist Schauspieler, Synchron-, Hörbuch- und Hörspielsprecher.
Wir kennen ihn vor allem als die deutsche Stimme von Jeff Daniels (Speed, Der Marsianer), Ed Harris (The Rock - Fels der Entscheidung) oder Sam Neill (Jurassic Park). Doch der Sohn des Schauspieler Ehepaars Lia Condrus und Siegfried Breuer stand schon von Kindesbeinen an auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Und auch vor der Kamera - so z.B in den Trümmern von Berlin als “Gustav mit der Hupe” in der Verfilmung von “Emil und die Detektive” 1954. Er spielte am Schillertheater, an der Volksbühne, am Theater am Kurfürstendamm, ist in Lesungen, Hörspielen und Features des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks zu hören, war als Gastsprecher bei den drei Fragezeichen - in den Folgen “Doppelte Täuschung” und “Geisterbucht”, las für Audible u.A. Daniel Defoes Klassiker “Robinson Crusoe”, für den Hörverlag, zusammen mit Simon Jäger, Christopher Moores zotigen Fortsetzungsroman “Der Schelm von Venedig” und hat sich bis heute die Freude am Spiel bewahrt.

Bei einem Kaffee (schwarz, ohne Zucker) blicken Wolfgang und Elias auf gute 70 Jahre seines Schaffens zurück. Angefangen bei Erinnerungen an den Krieg. Erste Bühnen- und Filmerfahrungen und die lange Liste seiner Theaterlaufbahn unter Regiegrößen wie Hans Lietzau, Rudolf Noelte, Boleslaw Barlog und Walter Henn. Sie sprechen über eine Begegnung mit Klaus Kinski, über sein Hobby in jungen Jahren, Unterschriften von Vorbildern zu sammeln, über sein letztes Theaterstück, in dem er den Prospero gemimt hat - das Wolfgang rückwirkend dahingehend als Omen deutet, dass er jetzt auch zufrieden sein könne; über sein Gastspiel bei den drei Fragezeichen, bei dem er sehr erkältet eine Dreifach-Rolle übernommen hat, über südamerikanische Autoren, die es Wolfgang besonders angetan haben, z.B. den Mexikaner Juan Rulfo und sein Roman “Pedro Páramo”, über Salvatore Sattas Roman “Tag des Gerichts” und über Balzacs “Der Vikar von Tours”, (diese drei Bücher hat er beim SWR für die Reihe „Fortsetzung folgt“ eingelesen), über Sprachauswüchse wie das aus dem Englischen entlehnten “das macht Sinn”, über das Buch “Das fünfte Flugzeug”, über “911” und dadurch auch über ein für Wolfgang zunehmendes Misstrauen in der Gesellschaft, über die Vereinzelung des Menschen, befeuert durch technische Erfindungen wie das Smartphone und vieles mehr.

Und zum Schluss liest uns Wolfgang noch die “nie gehaltene Rede” von Alfred Polgar vor.

Aufgenommen wurde das Gespräch im November 2018.

Unsere Empfehlung mit Wolfgang Condrus:
Das Hörbuch “Das 5. Flugzeug” von John S. Cooper
Der südkoreanische Film “Oldboy” mit Wolfgang als die Stimme von Choi Min-Sik, für den er 2006 den “Deutschen Preis für Synchron” erhielt

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HG | 029 - Tanja Fornaro

// Champagner, Mäzenatentum und der Geruch Berlins, unterteilt in Komische-Oper-Geruch (Ost) und Deutsche-Oper-Geruch (West) //

In unserer neunundzwanzigsten Episode spricht Elias mit Tanja Fornaro. Tanja kommt ursprünglich vom Ballett. Genauer gesagt, wurde sie in jungen Jahren in der Berliner Tanzakademie von Tatjana Gsovsky ausgebildet und sammelte erste Bühnenerfahrungen an der Deutschen Oper. Ihr Weg führte sie in die Kinderagentur von Annelie Rohrbeck und alsbald drehte sie ihre ersten deutschen Vorabend Filme für die ARD. Einem größeren Publikum wurde sie bekannt durch ihre Rolle der “Luca” in der Serie “Aus heiterem Himmel”. Nach einer privaten Schauspielausbildung an der frisch gegründeten Schauspielschule Charlottenburg und nach längeren Aufenthalten in Italien und dem Iran, kam die Halb-Italienerin zurück nach Berlin und stieß dort rasch zum Team von Oliver Rohrbecks Lauscherlounge, dessen Tonstudio gerade im Aufbau war und übernahm die ersten Hörbuch-Regie Arbeiten und ist bis heute fester Bestandteil des Live-Hörspiel-Ensembles. Zeitgleich brachte sie auch ihre eigene Karriere als Sprecherin voran und ist seit einigen Jahren in den Bereichen Film- und Computerspiel-Synchronisation, Voice-Over, Hörbuch und Hörspiel hauptberuflich tätig. So ist sie z.B. in der Serie "Black Sails" als Madi, gespielt von Zethu Dlomo, zu hören und für Audible liest sie u.a. die Hörbuch Reihe “Elemental Assassin”. Außerdem war sie als Chloe bei der Live Tour “Phonophobia” der Drei Fragezeichen mit von der Partie.

Bei einer Flasche Champagner plaudern die beiden, entsprechend Tanjas Naturell lebhaft, über ihren Weg vom klassischen Tanz bis zur Arbeit vor dem Mikrofon. Mit Zwischenlandungen bei ihrem Wunsch, eine Künstlerkolonie zu gründen, in der sie als Mäzenin Kreative vernetzen und tolle Projekte verwirklichen kann. Sie erzählt über ihre Mitfahrt auf dem Traumschiff als 12-jährige, über Tanja die Schulabbrecherin und Tanja die Kaffeehaustante, über die Liebe zu HipHop, über eine bei ihr noch immer währende Identitätskrise (die die beiden aber im Laufe des Gespräches klären - sie wäre gern zeitweilig ein Kerl, ein echter Macho), über den Geruch der Heimat Berlin - unterschieden in West (Deutsche Oper) und Ost (Komische Oper), über Serien und Martial Art Filme und vieles mehr.

Und zum Ende hin liest Tanja uns noch zwei Glossen von Kurt Tucholsky vor.

Empfehlungen von und mit Tanja:
Das Hörbuch "Ab heute heiße ich Margo" von Cora Stephan
Der Film "El hombre de las mil caras" mit Tanja als Nieves, gespielt von Marta Etura
Das Hörspiel "Macbeth" von David Hewson

Aufgenommen wurde das Gespräch im Oktober 2018.

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HG | 028 - Reinhard Scheunemann

// Apfelsaftschorle, zwei dumme Auguste und eine sehr kluge Mutter //

In unserer achtundzwanzigsten Episode spricht Josef mit Reinhard Scheunemann. Reinhard ist Schauspieler und Synchronsprecher und fast jeder kennt seine Stimme – u.a. als Direktor Lewis in “American Dad”. Und er war mal Clown. Doch dazu gleich mehr.
Geboren wurde er in Ost-Berlin. Seine sehr vorausschauende Mutter schickte ihn – wegen seinen Rückenproblemen – zur beruflichen Sondervermittlung, damit Reinhard nicht schwer heben musste. Also lernte er zuerst Industriekaufmann.
Doch als ihn das irgendwann ankotzte, zog es ihn nach Rostock, um Schauspieler zu werden. Er spielte bereits sehr früh auf der Bühne und verließ Rostock nach 3 Jahren mit der “Bühnenreife”. Dann ging es nach Brandenburg, einmal zwischendurch zur Armee und vor allem zum Zirkus.

Denn Reinhard war – falls es noch nicht gesagt wurde – Clown! So ein richtiger Clown. Und für anderthalb Jahre war er sogar auf Tournee – auch in Russland. Alles andere – zum Beispiel warum Reinhard bei Armin Müller-Stahl einmal vorsprechen üben wollte und durfte und warum es dann doch nicht dazu gekommen ist – erzählt er einfach selbst.

Bei Apfelsaftschorle reden die beiden darüber, was man trinkt, wenn man nicht mit dem Auto da wäre; über Klarinettenunterricht und wenig musikalische Menschen; über den Zirkus in der DDR und natürlich über Clowns (also den dummer August - nicht so wie in Russland); über Entspannung durch Musik und Musik als internationale Sprache; übers Zappen durchs Fernsehen und nie eine Sache mal komplett ansehen; über die Ausbildung zum Industriekaufmann, inklusive 450 Mädels auf 20 Jungs in der Berufsschule; über besagtes Vorsprechenüben bei Armin Müller-Stahl, das nie zustande gekommen ist; über Kellnerjobs und Stipendium; darüber sich bis 13 Uhr krankmelden müssen; über Reinhards äußerst kluge Mutter, die viele Sachen vorhergesehen hatte und über in den Westen rüber machen.

Und am Ende liest Reinhard uns noch “Wird er kommen” von Franz Hessel vor.

Aufgenommen wurde das Gespräch im November 2018.

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HG | S05 - Die Unsterblichen (Eine Hommage)

// Chai Latte, Flatscreen-Kaminfeuer und weihnachtliche Sentimentalitäten //

In unserer fünften Sonderepisode sprechen Josef und Elias bei Tee, Spekulatius, digitalem Kaminfeuer und einer Kerze über ihre Stimmen der Kindheit. Und auch ein bisschen MIT ihnen. Damit auch du weißt von wem sie da gerade so schwärmen, feuern sie an entsprechenden Stellen ein paar aussagekräftige Samples ab. Eine Hommage an großartige Schauspieler*Innen, die sich mit ihren Synchronisationen, Hörbuch- und Hörspiel-Interpretationen unsterblich gemacht haben. Frohe Weihnachten.

Samples (in chronologischer Reihenfolge):

Joachim Nottke
als Erzähler in “Bibi Blocksberg Der Flohmarkt” (Folge 37), Kiddinx
(https://youtu.be/Zo_4k2NIFMo)
Peter Pasetti
als Erzähler in “Die drei Fragezeichen und der seltsame Wecker” (Folge 12), Europa
Hans Clarin
als Pumuckl in “Pumuckl und der verbotene Kirschlikör”, BR (https://youtu.be/Aq0yQaWgIv0)
Gottfried Kramer
als K.I.T.T. und
Andreas von der Meden
als Michael Knight in “Knight Rider - Der schwarze Teufel taucht wieder auf (Folge 3), Europa (https://youtu.be/aViX6-eXIsI)
Martin Hirthe
als Bud Spencer in “Zwei sind nicht zu bremsen” (https://youtu.be/PcJkHgsYHTE)
Wolfgang Hess
als Bud Spencer in “Die rechte und die linke Hand des Teufels”
(https://youtu.be/x6UrBOb-BqU)
Arnold Marquis
in “Der Held - Die Deutsche Stimme von John Wayne”
(https://youtu.be/VO_5Q-YZBMY)
Joachim Wolff
als Huana in “Die drei Fragezeichen und der sprechende Totenkopf” (Folge 6), Europa
Christian Rode und
Peter Groeger
in der “Sherlock Holmes” Serie (2004–2011) von maritim, Fall 01: Das Haus bei den Blutbuchen (https://youtu.be/Eqnu0eFjnp0)
Dirk Bach
aus dem Prolog “Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär”, von Walter Moers, der Hörverlag
Edgar Ott
als Benjamin Blümchen in “Der Weihnachtstraum” (Folge 52), Kiddinx
Gisela Fritsch
als Karla Kolumna in “Karla gibt nicht auf” (Folge 46), Kiddinx
Norbert Gastell
als Homer in dem YouTube Video “ALLE Lieder die Homer Simpson jemals gesungen hat” (https://youtu.be/G6m88ISbhDI)
Elisabeth Volkmann
bei der Fernsehsendung “Klimbim” und als Marge Simpson (https://youtu.be/cJbCgZCHFss und https://youtu.be/u9fTNX-TcQ8)
Peer Augustinski
als Robin Williams in “Club der toten Dichter” von 1989 (https://youtu.be/HvZ_0152LnE)
Klaus Kindler
als Clint Eastwood in der Serie “Dirty Harry” (https://youtu.be/1F4ViEqeB0Q)
Hans Paetsch
als Erzähler in “Rumpelstilzchen”, Europa (https://youtu.be/imXnIj0C9EM)
Andreas E. Beurmann
als Onkel Titus in “Die drei Fragezeichen und die verschwundene Seglerin (Folge 71), Europa
Joachim Höppner
als Gandalf in “Der Herr der Ringe - Die Gefährten” (https://youtu.be/IXGCahHXoBk?t=85)

HG | 027 - Cathlen Gawlich

// Sherryfassgelagerter Single Malt, Blankziehen und aus Fußbodenausgleichsmasse Puppen kneten //

In unserer fünfundzwanzigsten Episode spricht Elias mit Cathlen Gawlich. Cathlen ist Schauspielerin, Synchron-, Hörbuch- und Hörspielsprecherin. Schon im Alter von 13 Jahren bewarb sie sich an der HFF Potsdam-Babelsberg für den “Babytest”, und bekam schon parallel zum Studium erste Theaterengagements. 10 Jahre spielte sie unter Thomas Langhoff am Deutschen Theater, wechselte zur Schaubühne und entdeckte in dieser Zeit auch ihr Talent “Stimme” und entwickelte dieses in der Filmsynchronisation, insbesondere im Bereich Zeichentrick, stetig weiter. So spricht sie seit 2002 das Eichhörnchen Sandy in SpongeBob Schwammkopf. Und regelmäßig Elizabeth Banks (Tribute von Panem, 72 Stunden, Pitch Perfect). Durch ihre Fähigkeit ihre Stimme ansatzlos zu “morphen”, interpretiert sie im Bereich Hörbuch und Hörspiel viele Kinderstoffe, aber auch historische Romane oder zeitgenössische Literatur. Denn Cathlen ist sehr wandelbar. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich ihre Herangehensweise, immer in die jeweilige Rolle “hineinzutauchen”, anstatt die Rolle an sich “heranzuziehen”. Außerdem ist sie auch in dem neuen Lauscherlounge On-Location-Hörspiel “Tinnitus” von Regisseur Max Benyo in der Rolle der Mareike Schaad zu hören.

Bei einem Sherryfass gelagerten Single-Malt (der unser bisher exklusivster Getränkewunsch war) sprechen die beiden angeregt über ebenjenes Getränk - zu dem Cathlen auch gleich die passenden Gläser mitgebracht hat, über in Alkohol eingelegte Früchte, die sie als Kind heimlich genascht hat, über ihren Lehrerhaushalt, darüber, wie es war als Teenager von der Vorstadt ins Dorf zu ziehen, über als Kind in der DDR erlebte Unsicherheiten und eine vielleicht daraus resultierende Neigung zur Akribie, über die Lehre zur Restaurantfachfrau und die “Werkesser im Blaumann”, über Ängste - zum Beispiel davor, dass das Klopapier alle ist… aber natürlich auch über die Liebe zum Live-Hörspiel, ihre Tour zu “Paul Temple und der Fall Gregory” mit Bastian Pastewka und Komplizen, über Zugänge zu Rollen, über das Berühmtsein vs. ein Mannschaftsspieler zu sein, über Elizabeth Banks in die Tribute von Panem, über das Privileg, mit dem Schaubühne-Ensemble durch die Welt zu touren, über das Stück “Dämonen”, Lampenfieber und über Methoden dieses einzudämmen, über das “Blankziehen” auf der Bühne und dass es okay ist, wenn es der Sache dient, über Cathlen die es mag als “Springerin” (wenn beim Theater ein Krankheitsfall ist) zu fungieren und vieles mehr.

Und am Ende liest Cathlen uns die sau komische Kurzgeschichte “Späte Erkenntnis” aus der Feder eines befreundeten Arztes vor.

Cathlens und unsere Empfehlung:

Das Hörbuch “Heilige Kuh” von David Duchovny
Das Hörspiel “Tinnitus”, mit Cathlen in der Rolle der Mediatorin Mareike Schaad
Die Serie “Lucifer”, mit Cathlen als die Therapeutin “Linda Martin”, gespielt von Rachael Harris
Die Serie “Person of Interest” mit Cathlen als “Rude”, gespielt von Amy Acker

Aufgenommen wurde das Gespräch im Oktober 2018.

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HG | 026 - Jeremias Koschorz

// Kir Royal, Revolution aus Halle und ein Klavier von 1880 //

In unserer sechsundzwanzigsten Episode redet Josef mit Jeremias Koschorz. Jeremias ist Schauspieler, Sprecher und Musiker. Nach seinem Schauspielstudium in Leipzig und Halle gehörte er zunächst zum festen Ensemble des Theater Magdeburg.
Mittlerweile lebt Jeremias in Berlin: Er spielt Theater, singt in Opernhäusern, spricht in Hörspielen wie „Be My Match“, steht in Filmen wie “Rockabilly Requiem” und “In Darkness” vor der Kamera. Für seine Rolle im Tatort “Tod auf dem Rhein” wurde er 2010 sogar für den new faces Award nominiert. Und natürlich und vor allem synchronisiert er mit Liebe Filme: Wie zum Beispiel “Mit Siebzehn”, “The Darkest Minds” oder auch “La La Land”.

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, hat er auch für ein Theater-Weihnachtsmärchen die Musik komponiert – daher verwundert es nicht, dass er mit einem uralten Klavier in seiner Wohnung seinen Nachbarn schöne Melodien schenkt. Und Jeremias bezeichnet sich selbst als Quasseltante. Warum?

Naja, bei einem – oder sagen wir drei bis vier – Kir Royal reden die beiden unter anderem über die Leidenschaft zu reisen; über Horoskope; über die Kindersprechgruppe des MDR; über das Aufheben, Archivieren und Sortieren von allen Schulheften, um dann doch alles wegzuwerfen; über den Zivildienst in einer Behindertenwerkstatt; über den Umgang mit Geld; über den Tag der deutschen Einheit; über eine Revolution aus Halle; über Geschwister; über die frühe Leidenschaft zum Mikrofon und lustige Interviews mit dem Bruder; über Cembalos und 14 Jahre Klavierunterricht; über die Liebe zum Essen und wie man Menschen darüber kennenlernt; über nichts Geringeres als Träume und den Tod; über die Flüchtigkeit von Theateraufführungen; über das Entstehen einer Melodie und und und…

Jeremias’ und unsere Empfehlungen:
- Be My Match (Hörspiel / audible)
- Atlanta Medical (Film / Synchronstimme von Matt Czuchry / läuft auf Pro7)
- Mit Siebzehn (Film / Synchronstimme von Damien Delille)
- ROCKABILLY Requiem (Kinofilm / Rolle: Eddie)

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Aufgenommen wurden das Gespräch im Oktober 2018.

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HG | 025 - Reinhard Kuhnert

// Apfelsaftschorle, satirische Verse und teilweise noch Textzeilen von 1967 im Kopf //

In unserer fünfundzwanzigsten Episode redet Elias mit Reinhard Kuhnert.
Reinhard ist Autor, Regisseur, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher.

Random House bezeichnete ihn jüngst als die Stimme von George R. R. Martin, wobei Reinhard noch nicht ein Wort von ihm synchronisiert, wohl aber seine Bücher eingelesen hat - allen voran die großartige Fantasy Reihe “Das Lied von Eis von Feuer”, auch bekannt als “Game of Thrones”. Für diese Arbeit wurde er auch kürzlich von Audible mit der goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Ebenso ist er der gesetzte Erzähler für die historischen Romane aus der Feder von Ulf Schiewe, wie etwa die Normannen Saga.

Die Liste seiner Synchronrollen ist lang (1644 Einträge in der Synchronkartei), regelmäßig synchronisiert er David Strathairn (The Blacklist), Peter Coyote (Bitter Moon), André Dussollier (Ruby & Quentin) oder William H. Macy (Fargo, 1996).
Neben seinen zahlreichen - teilweise auch selbst inszenierten - Theaterstücken, schreibt er heute auch in Prosaform, wie etwa den Roman “Abgang ist Allerwärts” (welchen er auch selbst als Hörbuch eingelesen hat) oder das Kinderbuch “Fionas Feen” und tritt zudem regelmäßig mit eigenen Texten und Liedern auf. Denn der, wie seine Frau gern scherzhaft sagt, “mit seinem Beruf verheiratete” Reinhard, ist auch ein Freund der satirischen Verse, getreu seiner Vorbilder Heine, Tucholsky und Kästner.

Bei einer großen Apfelsaftschorle sprechen die beiden über die nun schon gut fünfzig Jahre seines Wirkens, über seine Anfänge in der DDR, über das “unausgesprochene Berufsverbot”, was ihn dazu bewog, in den Westen zu gehen, über seine Zeit in Irland und Australien (was, wie er sagt, “gut für die Biografie, aber nicht gut für den Lebensunterhalt” war), über Verständnis statt Toleranz, über Doppelzüngigkeit im Schauspielgewerbe und so viel mehr.

Zum Ende hin gibt er uns ein paar satirische Zeilen aus seinem Programm zum Besten - ein modernes Märchen Potpourri in drei Akten mit Cliffhangern.

Unsere Empfehlung sind die Hörbücher von “Das Lied von Eis und Feuer”, “Mrs. Alis unpassende Leidenschaft” und die herrliche Komödie “Ruby & Quentin” mit Jean Reno und Gerard Depardieu in den Hauptrollen und Reinhard auf André Dussolier in der Rolle des Psychiaters.

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Aufgenommen wurde das Gespräch im September 2018.

HG | S04 - Max Hegewald (Schreiben)

// Ingwertee, Neugier und Themen, die wehtun //

In unserer vierten Sonderepisode redet Josef mit Max Hegewald. Max ist Schauspieler und Regisseur. Und unter seinem Pseudonym Max Benyo ist er auch Autor für Film und nun auch für Hörspiel. Vieles passiert bei ihm parallel: Max ist neugierig, voller Energie und Ideen. Schon mit 13 Jahren war seine Liebe fürs Schauspiel geweckt. Und kurz darauf begann er als Schauspieler zu arbeiten.

2011 wurde er bei der Goldenen Kamera-Verleihung als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Potsdamer Filmuniversität Konrad Wolf und schrieb und inszenierte dort eigene Filme, wie zum Beispiel den Episodenfilm „Die Angsthasen“ (Buch und Regie). Oder den mittellangen Film „Schnee Essen“ (Buch und Regie) oder “Nachtschattengewächse“ (Regie). Und seine Filme laufen auf diversen internationalen Film-Festivals.

Max hat Pläne noch weiter zu studieren. Außerdem ist er nach wie vor als Sprecher tätig, spielt auf der Bühne und reist sehr sehr gern. Dabei beobachtet Max Menschen und Situationen und macht sich immer Notizen ins Handy, wenn er eine neue Idee für eine Geschichte hat. Und Ideen hat er viele. Wir hoffen, dass er die Zeit dazufindet, bald noch viel mehr davon umzusetzen.

Bei einem Ingwertee reden die Josef und Max über verbrannte Tagebücher aus Notwehr; über das Kennenlernen der beiden über Josefs Wohnung, als er im Urlaub war; über die Liebe mit 13 zur Schauspielerei und einen Crush auf eine aus der Schauspielgruppe; über ein Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania in einem Waisenhaus; über physische und digitale Ideenkusten mit noch unfertigen Projekten; über Prüfungsangst, die einem Sachen verbaut; über Medienwissenschaftler und warum man sich mit ihnen gut stellen sollte; über die Umwege, die zum Drehbuch(studium) geführt haben; über den ganzen Entstehungsprozess zum Hörspiel Tinnitus; Über den Umgang mit neuen Ideen; über einen Lachanfall bei einer Sexszene mit Jasna Fritzi Bauer und über eine fiktive Stiftung, mit der Max alle unrealisierten Projekte deutscher Kreativer unterstützen würde.

Eine kleine Auswahl von Max Werken:
Tinnitus (2018, Lauscherlounge / CD / Tätigkeit: Buch, Regie) (1. Ausschnitt im Intro)
Luft (2018, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf / Film / Tätigkeit: Regie) (2. Ausschnitt im Intro)
Schnee essen (2016, JUMA Filmproduktion, www.zimmer67-film.de / Film / Tätigkeit: Buch & Regie) (3. Ausschnitt im Intro)
Nachtschattengewächse (2015, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf / Film / Tätigkeit: Regie)
Schwingungen (2018, SR2 / Hörspiel / Tätigkeit: Sprecher)
Wir Tiere (2017, NDR / Hörspiel / Tätigkeit: Sprecher)
Glashaus, Staffel 2 (2015, audible / Hörspiel / Tätigkeit: Sprecher)
Kevin allein im Universum (2014 , Volksbühne Berlin / Theaterstück / Tätigkeit: Schauspieler)

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Aufgenommen wurde diese Sonderepisode im Oktober 2018.

Tinnitus (Ankündigung)

// Neues On-Location Hörspiel der Lauscherlounge //

Wir melden uns mit einer tollen Neuigkeit!
Pünktlich zum 15-jährigen Bestehen der Lauscherlounge gibt es - nach gut 6 Jahren Pause als Verlag - wieder neue Hörspiele. Heute erscheint das Erste: Tinnitus.

Inhalt:
Tim ist 16, als er die gleichaltrige Lena unter Drogen auf einer Party vergewaltigt. Vier Jahre später wird er aus der Haft entlassen und soll ein neues Leben beginnen. Doch die Auswirkungen seiner Tat dauern an – und lassen weder ihn noch Lena los.

Der Hörer taucht in Tims und Lenas Leben ein, erlebt ihre Kämpfe und Sorgen mit, und lernt ihre Gefühlswelt zu verstehen. Ohne das Thema Vergewaltigung zu verharmlosen oder Tims Schuld zu mildern, portraitiert Max Benyo einen jungen Mann, der nicht nur das Leben seines Opfers, sondern auch sein eigenes zerstört hat und nun damit leben muss.

Ein Hörspiel wie „Tinnitus“ geht unter die Haut. Zu diesem Zweck verließ die Lauscherlounge die üblichen Produktionswege und nahm nicht im Tonstudio auf, sondern draußen, an Originalschauplätzen, ähnlich einem Filmdreh. Damit wird ein hyperrealer Sound erzeugt, der das brisante Thema authentisch und eindringlich hörbar macht.

Mit den Schauspielern Jonathan Berlin (2018 mit dem „Deutschen Schauspielpreis“ und dem „New Faces Award“ ausgezeichnet) und Elisa Schlott in den Hauptrollen sowie Max Benyo als Autor und Regisseur konnten namhafte Nachwuchs-Stars der deutschen Filmlandschaft für das Hörspiel gewonnen werden.

Schauspieler:
Tim Lehmann – Jonathan Berlin
Lena Franke – Elisa Schlott
Kerstin Stettmeier – Vera Teltz
Milan – Ole Herrmann
Reiner Franke – Uwe Preuß
Mareike Schaad – Cathlen Gawlich
Anwalt Lorenz – Anian Zollner
Patrick – Anton Andreew
Fabian – Christopher Reinhardt
Nico – Hendrik Heutmann
Jonas – Arne Augustin
Meister Hartwig – Christian Koerner
u.v.m.

FSK 16
Triggerwarnung: Das Hörspiel "Tinnitus" enthält die explizite Darstellung sexualisierter Gewalt und thematisiert die Folgen der Tat aus Täter- sowie Opferperspektive

Tinnitus als CD und MP3 Download gibt es hier:
http://lauscherlounge.de/discography/tinnitus/
Und ebenso als Stream bei den Portalen Spotify, iTunes und Deezer.